DNA aus der Banane: Kinder forschen selbst

Wie sieht DNA eigentlich aus und kann man sie mit bloßem Auge erkennen? Bei der KinderuniMedizin an der Medizinischen Universität Wien gingen junge Nachwuchsforschende dieser Frage selbst auf den Grund.

Die Kinderuni ermöglicht Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren, in das Universitätsleben hineinzuschnuppern und direkt von Wissenschafter:innen zu lernen. Damit trägt das zweiwöchige Event dazu bei, Wissenschaft nahbar zu machen, die natürliche Neugier der Kinder zu fördern und vielleicht sogar die Begeisterung für eine spätere wissenschaftliche Laufbahn zu wecken.

Auch die St. Anna Kinderkrebsforschung war mit einem eigenen Workshop vertreten. Unter dem Titel „Vom Baustein bis zur Krankheit: Zellen, Gene und Krebs verstehen“ vermittelten Raphaela Schwentner, Katharina Wiener und Magdalena Radoš, wie unser Körper aus Zellen aufgebaut ist, welche Aufgabe Gene darin übernehmen und was passiert, wenn Veränderungen in der DNA zur Entstehung von Krebs beitragen.

Das Highlight: DNA aus einer Banane sichtbar machen

Zum Abschluss durften die Kinder selbst experimentieren und DNA aus einer Banane extrahieren. Was zunächst wie ein einfaches Küchenexperiment klingt, beruht auf denselben grundlegenden Prinzipien, die Forschende auch im Labor anwenden: Zellen werden aufgebrochen, ihre Bestandteile voneinander getrennt und die DNA wird aus einer Flüssigkeit herausgelöst.

Das Experiment lässt sich ganz einfach mit wenigen Haushaltsmitteln auch zu Hause durchführen.

Experiment für zu Hause: Bananen-DNA extrahieren

Das brauchst du

  • ½ reife Banane
  • einen verschließbaren Gefrierbeutel
  • 2 Esslöffel Wasser
  • ¼ Teelöffel Salz
  • 1 Teelöffel Spülmittel
  • einen Kaffeefilter
  • zwei durchsichtige Gläser
  • Alkohol mit mindestens 70 Prozent, etwa Isopropylalkohol
  • einen Holzspieß oder Zahnstocher

So funktioniert es

  1. Gib die geschälte Banane in den Gefrierbeutel und zerdrücke sie gründlich, bis ein möglichst gleichmäßiger Brei entsteht.
  2. Vermische vier Esslöffel Wasser mit einem Teelöffel Salz und einem Teelöffel Spülmittel und gib die Salzlösung zum Bananenbrei. Versuche dabei, möglichst wenig Schaum zu erzeugen.
  3. Gieße den Bananenbrei durch einen Kaffeefilter in ein sauberes Glas. Für die nächsten Schritte wird nur die aufgefangene Flüssigkeit benötigt.
  4. Lass ungefähr dieselbe Menge eiskalten Alkohols langsam an der Innenwand des Glases hinunterlaufen. Die beiden Flüssigkeiten sollten sich möglichst wenig vermischen.
  5. Nach kurzer Zeit bilden sich an der Grenze zwischen den Flüssigkeiten weißliche Fäden oder kleine Wolken. Diese können vorsichtig mit einem Holzspieß herausgezogen werden: Das ist die DNA der Banane.

ACHTUNG! Der Alkohol darf keinesfalls getrunken werden – auch nicht von Erwachsenen!

Was passiert bei dem Experiment?

Wenn wir die Banane zerdrücken, helfen wir dabei, ihr Gewebe aufzubrechen und an die vielen kleinen Zellen im Inneren heranzukommen. In diesen Zellen liegt die DNA gut geschützt – zuerst von der Zellhülle und dann noch einmal von der Hülle des Zellkerns. Das Spülmittel löst diese fetthaltigen Hüllen auf, ganz ähnlich wie es Fett von einem Teller entfernt, und befreit so die DNA.

Nun kommt das Salz ins Spiel: Es hilft den DNA-Fäden dabei, sich später leichter aneinanderzulagern. Beim Filtern bleiben die groben Fruchtfasern und Zellreste zurück, während die DNA mit der Flüssigkeit ins Glas gelangt. Dort ist sie allerdings noch unsichtbar, weil sie sich im Wasser verteilt. Erst wenn kalter Alkohol dazukommt, verändert sich das: In Alkohol kann sich die DNA nicht gut lösen. Die vielen feinen DNA-Fäden sammeln sich, lagern sich zusammen und werden schließlich als weißliche Fäden oder kleine Wolken sichtbar.

Eindrücke vom Workshop

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