Geschichte & Meilensteine der St. Anna Kinderkrebsforschung

Geschichte & Meilensteine der St. Anna Kinderkrebsforschung

St. Anna Kinderkrebsforschung – ein Kompetenzzentrum für Kinderkrebsforschung

1988 Das Gründungsjahr

Die St. Anna Kinderkrebsforschung wurde als Verein gegründet, um ein Forschungsinstitut zu errichten, das das erste seiner Art in Europa ist. Die Forschungsarbeit beginnt mit dem Aufbau von fünf Forschungsgruppen.

1990/91

Die Zahl der Arbeitsgruppen ist auf sieben gestiegen, mit mehr als fünfzig Mitarbeiter:innen, wobei der Schwerpunkt auf der Genetik liegt. Die Ausstattung wird um Geräte für die computergestützte Chromosomenanalyse und die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zur DNA-Vervielfältigung erweitert und eine weitere Forschungstechnik, die durchflusszytometrische Analyse, wird eingeführt.n.

1993

Die Forschungsaktivitäten werden schrittweise auf andere Krebsarten sowie auf die Bereiche Virologie und Immunologie ausgedehnt. Im Laufe des Jahrzehnts steigt die Zahl der Mitarbeiter:innen kontinuierlich auf etwa siebzig an.

2001

Heinrich Kovar, der seit 1988 die Gruppe „Molekularbiologie solider Tumore” leitete, übernahm von 2001 bis 2017 die Position des wissenschaftlichen Direktors. Seine Führungsrolle war entscheidend für die wissenschaftliche Ausrichtung des Instituts und die Stärkung seines Schwerpunkts auf translationaler pädiatrischer Krebsforschung.

2004/2005

Das Forschungsinstitut geht Kooperationen mit dem Institut für Molekulare Pathologie (IMP) und der Medizinischen Universität Wien ein und beteiligt sich an der Entwicklung eines Krebsforschungsinstituts der Ludwig Boltzmann Gesellschaft. Dessen Ziel ist es unter anderem, an Tiermodellen für neue Therapieansätze zu forschen.

2006

Die Labordiagnostik für krebskranke Kinder GmbH (Labdia) wird als Tochtergesellschaft der St. Anna Kinderkrebsforschung gegründet, um die pädiatrische Diagnostik in einer einzigen Struktur zu integrieren.

2006-2008

Aufgrund des kontinuierlichen Datenwachstums müssen klinische Studien immer strengere, international standardisierte Regeln einhalten. Daher wird die Abteilung für Studien und Statistik für integrierte Forschung und Projekte (S2IRP) gegründet.

2009/2010

Das neue Forschungsgebäude, direkt neben dem St. Anna Kinderspital, wird bezogen, wodurch sich die Arbeitsfläche der St. Anna Kinderkrebsforschung auf rund 3.400 m2 erhöht.

2012

Helmut Gadner, Gründer, Initiator und Vordenker des CCRI, geht in Pension. Seine Funktion als Leiter der St. Anna Kinderkrebsforschung übernimmt Wolfgang Holter (ärztlicher Leiter des St. Anna Kinderspitals).

2014

Ergänzend zu den bestehenden Arbeitsgruppen wird die Abteilung für Innovative Krebsmodelle gegründet. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Erforschung zentraler Mechanismen der Krebsentstehung und der Erprobung neuer Medikamente mit Zebrafischlarven.

2016

Gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien und dem Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) wird das CCRI Partner im neuen Ludwig Boltzmann Institut für seltene und undiagnostizierte Krankheiten.

2017

Gründung der Langerhans Zell Histiozytose (LCH) Biologie Gruppe, eine von mittlerweile 13 Forschungsabteilungen. Das St. Anna Kinderspital und die St. Anna Kinderkrebsforschung erhalten die Ernennung zum „Nationalen Kompetenzzentrum für Seltene Erkrankungen“ und übernehmen die Funktion des Koordinators eines Europäischen Referenznetzwerks gegen Kinderkrebs (ERN-PaedCan).

2019

Kaan Boztug übernimmt die wissenschaftliche Leitung des Forschungsinstituts. Spezialisierte Forschungsgruppen arbeiten in den Bereichen Tumorgenomik und Epigenomik, Immunologie, Molekularbiologie, Zellbiologie, Bioinformatik zusammen.

2020

Im neu gegründeten Christian Doppler-Labor entwickeln Wissenschaftler:innen CAR-T-Zell-Therapien der nächsten Generation für Hochrisikotumore bei Kindern. Das Institut wird in die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung überführt.

2022

Die Institutsleitung mit Kaan Boztug (Wissenschaftlicher Direktor) und Jörg Bürger (Kaufmännischer Leiter) wird durch Leo Kager als Institutsleiter ergänzt.

2025

Die Institutsleitung wir von Caroline Hutter (Ärztliche Leitung im St. Anna Kinderspital) übernommen.

2025

Sabine Taschner-Mandl und Eleni Tomazou werden als neue wissenschaftliche Direktorinnen ernannt. Sie übernehmen u.a. gemeinsam mit Jörg Bürger (CFO) die Geschäftsführung des Instituts.

Das Hauptgebäude der St. Anna Kinderkrebsforschung am Zimmermannplatz. ©Harald Eisenberger

Errungenschaften der Kinderkrebsforschung

Die St. Anna Kinderkrebsforschung leistete in den bald vier Jahrzehnten ihres Bestehens Beachtliches in der Grundlagenforschung. Während in den 70er Jahren noch jedes zweite Kind an seiner Erkrankung starb, so zeigt sich heute ein ganz anderes Bild: Durchschnittlich werden etwa 85% der Kinder in Österreich zwischen 0 und 14 Jahren wieder gesund. Bei den lymphatischen Leukämien sind es sogar 95%. Diese beeindruckende Steigerung der Heilungschancen geht auch auf das unermüdliche Bemühen der St. Anna Kinderkrebsforschung zurück.

Quelle: Die Abbildung geht auf eine entsprechende Darstellung des National Wilms Tumor-Study-Writing Committe zurück, die 1982 in dem Buch „Cancer in the Young“, Editor: A. S. Levine, erschienen ist. Diese Darstellung ist für andere Tumorentitäten ergänzt worden, indem frühere Publikationen zurate gezogen worden sind. Die Angaben ab 1960 sind nach den Ergebnissen von entsprechenden Therapieoptimierungsprotokollen gut belegt.

Mehr Informationen zu den Überlebensraten finden Sie hier.

Rund 150 Wissenschaftler*innen und Studierende forschen an der St. Anna Kinderkrebsforschung mit dem gemeinsamen Ziel, die Heilungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Krebs nachhaltig zu verbessern. Die enge Verbindung von Spitzenforschung und klinischer Praxis zählt zu den größten Stärken unseres Instituts: Kurze Wege zwischen Labor und Klinik ermöglichen es, neue Erkenntnisse rasch in die Behandlung einfließen zu lassen. Einen umfassenden Einblick in unsere aktuelle Forschungsarbeit bietet unser jährlicher Forschungsbericht.

Die Zukunftsvision für die
St. Anna Kinderkrebsforschung

Sabine Taschner-Mandl:
Wir möchten die St. Anna Kinderkrebsforschung weiter als Exzellenzzentrum stärken, an dem modernste Forschung, Diagnostik und klinische Anwendung eng zusammenkommen. Dafür haben wir bereits sehr gute Voraussetzungen: die enge Verbindung zum St. Anna Kinderspital und zu unserer diagnostischen Tochtergesellschaft Labdia zum Beispiel. Dadurch können wir führende Forschungsprogramme mit klinischen Studien, erfahrenen Statistiker:innen und spezialisierten Möglichkeiten in der Zellverarbeitung zusammenbringen.

Eleni Tomazou:
Gleichzeitig richtet sich unsere Vision stark danach, wo der Bedarf noch besonders groß ist. Die Überlebensraten haben sich zwar deutlich verbessert, aber für viele Patient:innen fehlen weiterhin wirksame Therapien. Und viele Überlebende haben mit langfristigen Folgen der Erkrankung oder Behandlung zu kämpfen. Deshalb arbeiten wir an Ansätzen der Präzisionsonkologie: Wir wollen Therapien ermöglichen, die wirksamer sind und gleichzeitig weniger belastend.

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