September im Zeichen von Hoffnung, Forschung und Solidarität

(Wien, 2025) Wenn weltweit Wahrzeichen in Gold erstrahlen, ist es ein sichtbares Zeichen für Solidarität und Empathie: Jedes Jahr erkranken rund 400.000 Kinder und Jugendliche weltweit an Krebs – in Österreich sind es etwa 300-350. Der Childhood Cancer Awareness Month, der jährlich im September begangen wird, macht auf die besonderen Herausforderungen von Kindern mit Krebs und ihren Familien aufmerksam.

Kinderkrebs ist eine seltene, aber gravierende Erkrankung. Die Diagnose trifft Familien oft völlig unvorbereitet. Anders als bei Erwachsenen, bei denen äußere Risikofaktoren eine große Rolle spielen, liegen die Ursachen bei Kindern häufig in spontan auftretenden genetischen oder epigenetischen Veränderungen. „Diese Mutationen entstehen meist spontan, ohne erkennbare Ursache und machen viele kindliche Krebserkrankungen besonders aggressiv“, erklärt Ass.-Prof. Dr. Eleni Tomazou, Wissenschaftliche Interim-Co-Direktorin der St. Anna Kinderkrebsforschung.

„Wir forschen für betroffenen Kinder, und entwickeln gemeinsam bessere Therapien und spezialisierte Diagnostik“, so Dr. Sabine Taschner-Mandl, Wissenschaftliche Interim-Co-Direktorin der St. Anna Kinderkrebsforschung. Der September ist daher ein wichtiges Signal, sind sich die beiden Wissenschafterinnen einig: Denn die Forschung arbeite intensiv daran, die genetischen und molekularen Grundlagen von Kinderkrebs zu verstehen und gezielte Therapien zu entwickeln, die direkt an der Quelle ansetzen, nämlich bei den genetischen Fehlern, die das unkontrollierte Zellwachstum auslösen.

Internationale Bewegung mit österreichischer Beteiligung
Die St. Anna Kinderkrebsforschung setzt sich dafür ein, Kinderkrebs heilbar zu machen. ©Harald Eisenberger

Der Childhood Cancer Awareness Month wurde in den 1990er-Jahren von betroffenen Eltern in den USA initiiert und hat sich rasch zu einer weltweiten Bewegung entwickelt. Seither wird das Thema Kinderkrebs dank der Unterstützung von internationalen Organisationen wie Childhood Cancer International und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. In den USA wurde der September im Jahr 2012 sogar offiziell zum National Childhood Cancer Awareness Month erklärt. Das war ein wichtiger Meilenstein, um die nationale Aufmerksamkeit zu erhöhen und die Erforschung von Kinderkrebs zu fördern.

Auch in Österreich ist der Awareness-Monat fest etabliert. Institutionen wie die spendenbasierte St. Anna Kinderkrebsforschung informieren in diesem Zeitraum über die Krankheit und motivieren dazu, selbst aktiv zu werden und zu spenden. Denn: trotz beachtlicher Fortschritte bestehen weiterhin große Herausforderungen:

  • Krebsentstehung: Der Ursprung vieler Krebsarten ist noch immer nicht vollständig geklärt
  • Langzeitfolgen: Viele Kinder überleben ihre Krebserkrankung, leiden jedoch an Spätfolgen
  • Fehlende spezifische Therapien: Gerade seltene und besonders aggressive Krebsarten benötigen gezielte, auf Kinder abgestimmte Forschung und Therapien.
Forschung als Hoffnungsträger
Die St. Anna Kinderkrebsforschung schenkt krebskranken Kindern Hoffnung.

Dank jahrzehntelanger Anstrengungen liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Kinderkrebs in Österreich mittlerweile bei mehr als 80 Prozent. Bei bestimmten Krebsarten sind die Chancen sogar noch höher. Möglich wird das vor allem durch die enge Verzahnung von Forschung und klinischer Versorgung – eine Brücke, die an der St. Anna Kinderkrebsforschung dem St. Anna Kinderspital in Wien beispielhaft gelebt wird. Hier verbindet sich die unmittelbare Betreuung der jungen Patient*innen mit international anerkannter Forschung zu Entstehung, Diagnose und Behandlung von Kinderkrebs. Doch solange noch ein Kind an Krebs stirbt, bleibt viel zu tun.

„Der September ist mehr als ein Monat im Kalender“, betont Univ.-Prof. DDr. Caroline Hutter, Institutsleiterin der St. Anna Kinderkrebsforschung und Ärztliche Direktorin des St. Anna Kinderspitals. „Er ist ein Aufruf zum Handeln, denn jedes Kind verdient die Chance auf Heilung.“