Die ersten Schritte von Krebs nachbilden – Moderne Labormodelle zeigen wie Kinderkrebs beginnt
Im Rahmen des Childhood Cancer Awareness Month geben Forschende der St. Anna Kinderkrebsforschung Einblicke in ihre aktuellen Forschungsprojekte. Polina Kameneva erklärt, dass Krebserkrankungen bei Kindern häufig bereits im Mutterleib entstehen und deshalb nur schwer rechtzeitig untersucht und erkannt werden können. Ihr Team entwickelt neue Labormodelle, mit denen sich die frühe Krebsentstehung nachbilden lässt.
Einfach erklärt
– Krebserkrankungen bei Kindern entstehen oft schon während der Entwicklung im Mutterleib und werden erst später erkannt.
– Es ist schwierig zu untersuchen, wie sich diese Krebsarten entwickeln. Das erschwert sowohl die Früherkennung als auch die Entwicklung neuer Behandlungen.
– Das Team von Polina Kameneva entwickelt neue Labormodelle, die die Entstehung von Krebs nachbilden. So wollen die Forschenden die ersten Schritte der Tumorbildung besser verstehen und neue Methoden zur Früherkennung entwickeln.
Während Krebserkrankungen bei Erwachsenen häufig durch genetische Veränderungen entstehen, die sich über viele Jahre in Zellen ansammeln, können Krebserkrankungen bei Kindern durch einzelne Fehler während der Entwicklung ausgelöst werden. In manchen Fällen treten diese Veränderungen so früh auf, dass Kinder bereits mit Krebs geboren werden können. Dies spielt insbesondere beim Neuroblastom eine wichtige Rolle, da Hochrisikofälle häufig erst spät diagnostiziert werden. Die Forschungsgruppe von Polina Kameneva untersucht die frühen Stadien der Neuroblastom-Entstehung mithilfe von im Labor entwickelten Organoidmodellen, die die Entstehung der Erkrankung nachbilden. Mit diesen Modellen möchte das Team bessere Vorhersage- und Diagnoseverfahren entwickeln, mit denen Ärzt erkennen können, wann bei einem Kind ein Tumor entstehen könnte. Gleichzeitig sollen neue zielgerichtete Therapien entwickelt werden, mit denen sich Hochrisiko-Neuroblastome gezielter behandeln lassen.
