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Name

Wir brauchen Ihren Namen genau so, wie er im Melderegister eingetragen ist. Wenn Sie zum Beispiel „Hans Meier“ angeben, obwohl im Melderegister „Johann Meier“ vermerkt ist, ist die Spendenweiterleitung an das Finanzamt leider nicht möglich. Sie können Ihre Spenden dann nicht absetzen. Bitte achten Sie daher auf die richtige Schreibweise.
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Spendernummer

Ihre persönliche Spendernummer finden Sie auf unseren Zusendungen und Mailings oder auf Ihren personalisierten Zahlscheinen der St. Anna Kinderkrebsforschung.
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Spendenabsetzbarkeit ab 1. 1. 2017 – einfach automatisch
Informationen des Bundesministeriums für Finanzen
Steuern sparen leicht gemacht
Die Spendenabsetzbarkeit wird mit 1.1.2017 neu geregelt. Ihre Spenden werden von den Spendenorganisationen verpflichtend an Ihr Finanzamt übermittelt und erstmals automatisch in Ihre (Arbeitnehmer/innen)Veranlagung für das Jahr 2017 übernommen. Das heißt, Sie brauchen Ihren Spendenerlagschein nicht mehr aufzuheben und müssen sich nicht mehr um die Eintragung Ihrer Spenden in Ihre (Arbeitnehmer/innen)Veranlagung kümmern. Die von Ihnen geleisteten Beträge werden automatisch in Ihrer (Arbeitnehmer/innen)Veranlagung berücksichtigt. Im Folgenden hat das Bundesministerium für Finanzen die wichtigsten Fragen zum Thema für Sie zusammengefasst.
Hotline bei weiteren Fragen:
Darüber hinaus hat die Finanzverwaltung eine Hotline eingerichtet, die Sie von Montag bis Donnerstag von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr und freitags von 7.30 Uhr bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 050 233 750 erreichen können.
Welche Spenden sind absetzbar?
Als Sonderausgaben abzugsfähig sind Spenden an – im Gesetz genannte – Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen (z. B. Universitäten), Museen, die Freiwilligen Feuerwehren, die Landesfeuerwehrverbände in ganz Österreich sowie auch Spenden an Vereine und Einrichtungen, wenn sie in der Liste der begünstigten Spendenempfänger eingetragen sind. Die aktuelle Liste dieser spendenbegünstigten Organisationen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen unter www.bmf.gv.at/ spenden.
Wie funktioniert die automatische steuerliche Berücksichtigung ab 1.1.2017?
Damit die Spendenbeträge automatisch in Ihrer (Arbeitnehmer/innen)Veranlagung berücksichtigt werden können, müssen Sie der Spendenorganisation Ihren Vor- und Zunamen sowie Ihr Geburtsdatum bekannt geben. Dabei ist es besonders wichtig, dass Sie Ihre Daten korrekt bekannt geben und insbesondere, dass die Schreibweise des Namens mit jener im Meldezettel übereinstimmt. So können alle von Ihnen geleisteten Spenden automatisch übermittelt werden. Das Finanzamt berücksichtigt diese Beträge in Ihrer Veranlagung, Sie brauchen sie nicht mehr in Ihrer Steuererklärung einzutragen. Die Datenübermittlung betrifft Spenden ab dem 1.1.2017. Die Organisationen müssen sie bis Ende Februar des Folgejahres in einer Gesamtsumme an die Finanzverwaltung übermitteln. Erstmalig werden daher bis 28.2.2018 solche Übermittlungen für Zahlungen des Jahres 2017 erfolgen.
Muss ich Angst haben, dass meine Daten missbräuchlich verwendet werden oder dass ich zum „gläsernen Spender“ werde?
Nein. Die Datenübermittlung erfolgt in einer Weise, die nach dem derzeitigen Stand der Technik ein Maximum an Datensicherheit gewährleistet: Ihre Personendaten werden verschlüsselt und sind dann nur mehr vom zuständigen Finanzamt für die Steuerveranlagung verwertbar. Dies erfolgt entsprechend den strengen datenschutzrechtlichen Vorgaben durch das so genannte verschlüsselte bereichsspezifische Personenkennzeichen für Steuern und Abgaben (kurz: vbPK SA). Da nur die Finanzverwaltung die Möglichkeit besitzt, dieses Kennzeichen wieder zu entschlüsseln, können unbefugte Personen, Behörden oder Einrichtungen auf diese Informationen nicht zugreifen.
Was kann ich tun, wenn ich nicht möchte, dass meine Daten übermittelt werden?
Wenn Sie keine Datenübermittlung wollen, geben Sie Ihre Daten nicht bekannt. Bitte beachten Sie aber, dass Sie Ihre Spende dann auch nicht in Ihrer (Arbeitnehmer/innen) Veranlagung absetzen können. Wenn Sie Ihre Daten schon bekannt gegeben haben, können Sie der betroffenen Organisation schriftlich jederzeit die weitere Übermittlung untersagen. Dann erfolgt ebenfalls keine steuerliche Berücksichtigung Ihrer Zahlungen.
Kann ich künftig nicht mehr anonym spenden?
Selbstverständlich können Sie das auch weiterhin. Sie verzichten dadurch jedoch – so wie auch bisher – auf die Möglichkeit, Ihre Spende als Sonderausgabe im Zuge Ihrer (Arbeitnehmer/innen)Veranlagung absetzen zu können.
Wo und wie kann ich überprüfen, welche Spenden von der Organisation eingemeldet wurden?
Nutzen Sie bereits das Service FinanzOnline, so können Sie die von den Spendenorganisationen übermittelten Daten in Ihrem elektronischen Steuerakt einsehen. Geben Sie Ihre (Arbeitnehmer/innen)Veranlagung in Papier ab, so sehen Sie in Ihrem Steuerbescheid aufgeschlüsselt, welche Beträge von welcher Organisation berücksichtigt wurden.
Wenn die Organisation einen falschen Betrag gemeldet hat – wo und wie kann ich reklamieren?
Grundsätzlich gilt: Hat der Steuerpflichtige seine Verpflichtung zur Bekanntgabe von Vor- und Zunamen sowie Geburtsdatum erfüllt, soll er sich darauf verlassen können, dass eine korrekte Übermittlung durch die empfangende Organisation erfolgt. Dennoch können Fehler nicht ausgeschlossen werden; dies wäre der Fall, wenn die empfangende Organisation überhaupt keine oder falsche Daten übermittelt. In diesen Fällen muss die empfangende Organisation den Fehler beheben, wenn sie durch den Steuerpflichtigen darauf aufmerksam gemacht wurde. Dann hat eine korrigierte oder erstmalige Übermittlung zu erfolgen, die die Grundlage für die weitere steuerliche Beurteilung darstellt.
Was muss ich bei meiner (Arbeitnehmer/innen-) Veranlagung für 2016 machen?
Bitte beachten Sie, dass Sie in Ihrer (Arbeitnehmer/innen) Veranlagung für das Jahr 2016 Ihre in diesem Jahr getätigten Spenden noch selbst an das Finanzamt melden müssen, wenn Sie Ihre Spenden steuerlich geltend machen wollen.
Weitere Informationen
Weitere Informationen rund um das Thema Spenden, Spendenabsetzbarkeit und die automatische Übermittlung Ihrer Spenden an Ihr Finanzamt ab 1.1.2017 finden Sie auf der Website des Finanzministeriums unter www.bmf.gv.at/spenden und auf www.spenden.at Darüber hinaus hat die Finanzverwaltung eine Hotline eingerichtet, die Sie von Montag bis Donnerstag von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr und freitags von 7.30 Uhr bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 050 233 750 erreichen können.
Spenden
Aktuelles
Forschung
Über uns
So geht Leben retten: Dr. Caroline Hutter kartographiert eine Kinderkrebsart
OÄ DDr. Caroline Hutter liebt es, knifflige Rätsel zu lösen. Eines davon ist die Langerhanszell-Histiozytose – eine Krankheit, über die man bis vor einigen Jahren noch so gut wie nichts wusste. Hutter leitet aber nicht nur die Gruppe Biologie der Langerhanszell-Histiozytose der St. Anna Kinderkrebsforschung, sondern sie ist auch leidenschaftliche Kinderärztin. Diese Kombination hilft ihr, die richtigen Forschungsfragen zu stellen. Weil Hutter auch zu Hause lieber in Nature anstatt im Time Magazine schmökert, kommt es schon mal vor, dass sie im Schlaf eine Eingebung hat.
Hutter: „Wenn ich das Gefühl hätte, woanders würde das Kind überleben aber bei uns nicht, dann könnte ich diesen Job nicht machen.“
Woran arbeiten Sie aktuell?
In meiner Arbeitsgruppe beforschen wir die Langerhanszell-Histiozytose (LCH), eine sehr seltene Erkrankung, für die in Wien das erste Behandlungsprotokoll, gemeinsam mit einer amerikanischen Arbeitsgruppe, entwickelt wurde. Prof. Gadner hat das Anfang der 80-er Jahre auf den Weg gebracht, deswegen ist Wien die weltweite Studienzentrale. Auf der ganzen Welt werden alle Kinder mit LCH, die eine Therapie brauchen, bei uns erfasst und nach einem Protokoll behandelt, das hier entwickelt wurde. Die LCH war damals ein nicht kartographiertes Feld. Das hat mich gereizt. Als ich im St. Anna Kinderspital angefangen habe, kam ein Kind mit LCH und der behandelnde Oberarzt hat zu mir gesagt: Niemand weiß, was das ist. Ich hab‘ mir gedacht, das kann man ganz leicht rausfinden. Das ist 15 Jahre her. Damals hat man nicht gewusst, ob man LCH als Krebs klassifizieren soll oder als Autoimmunerkrankung.
Außerdem war unklar, um welche Zellen es sich handelt. Bei der Leukämie weiß man, es sind B- oder T-Lymphozyten. Bei LCH hatte man keine Ahnung.

Was weiß man heute?
Es ist eine Krebserkrankung, aber eine sehr ungewöhnliche, weil es im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten meist nur eine einzige Mutation gibt, am häufigsten nämlich BRAF-V600E. Und das Immunsystem dürfte eine riesige Rolle spielen. Wenn eine Zelle mit der Mutation da ist, bedeutet das nicht zwingend, dass diese Krankheit auftritt, sondern es ist ein Wechselspiel mit dem Immunsystem. LCH ist ein Hybrid zwischen immunologischer und Krebserkrankung. Möglicherweise kann man LCH als Modellkrankheit für komplexere Krankheiten verwenden. Da es nur eine Mutation gibt, kann man vielleicht besser auseinanderdividieren, was Krebs und was gesunder Körper ist.
Man weiß wenig über die Krebsentstehung generell. Aber es liegt vermutlich nicht nur an einer Mutation, sondern an vielen weiteren Faktoren, warum ein Mensch Krebs bekommt.

Welche Fortschritte gab es in der Therapie?
Kleine Kinder haben oft eine sehr schwere Form der LCH an der man auch sterben. Um geheilt zu werden, brauchen sie manchmal eine sehr starke Therapie. Eine sehr ähnlich aussehende Erkrankung ist z.B. bei einem anderen Kind, das zehn Jahre alt ist, häufig total harmlos und heilt zum Teil selber wieder aus. Dass eine Krebserkrankung selbst verschwindet, ist sehr ungewöhnlich. Patienten bekommen nur dann eine Chemotherapie, wenn verschiedene Lokalisationen oder ganz bestimmte Regionen betroffen sind. Kinder, die zum Beispiel einen Tumor im Arm haben, bekommen zuerst keine Behandlung, weil man weiß, dass er manchmal von selber verschwindet. Aber: Warum ist das so? Dadurch, dass man die BRAF-V600-Mutation entdeckt hat, kann man seit einiger Zeit auch Medikamente verwenden, die den durch die Mutation „entgleisten“ Signalweg in der Tumorzelle hemmen. Sogenannte BRAF-Inhibitoren wurden zuvor bereits beim Melanom angewendet.

Wie gut funktioniert diese Therapie?
Bei der LCH haben wir Kindern das Leben gerettet, weil wir die Krankheit durch eine Methode, die wir bei uns im Labor etabliert und für LCH adaptiert haben, sehr früh entdeckten und dann auch sehr früh diesen Inhibitor einsetzen konnten. Dadurch haben wir die Kinder stabilisiert und sie waren innerhalb weniger Tage klinisch so fit, dass sie von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt werden konnten. Von einem Buben haben wir eine Blutprobe bekommen und den Kollegen empfohlen, einen BRAF-Inhibitor in einer bestimmten Dosierung einzusetzen. Der Bub war mit Multiorganversagen auf der Intensivstation und nach einer Woche auf der Normalstation. Das ist Jahre her und ihm geht es sehr gut. Durch die Entdeckung dieser Mutation und des zugehörigen Inhibitors hat die Krankheit ihren Schrecken verloren. Sie verschwindet durch den BRAF-Inhibitor nicht, aber sie wird in Schach gehalten.
Was sind die nächsten Schritte?
Was sind die nächsten Schritte? Wir wollen wissen, wie BRAF-Inhibitoren auf LCH-Zellen wirken. Dieses Verständnis würde uns ermöglichen, auf rationaler Basis ein Protokoll zu entwickeln bzw. weltweit zu studieren, wie man den Inhibitor mit Chemotherapie kombiniert. Manche Experten glauben, der Inhibitor reicht. Ich bin jedoch überzeugt, dass man ihn mit einer Chemotherapie kombinieren muss, um den Tumor zum Ausheilen zu bringen. Setzt man den Inhibitor ab, kommt die LCH nämlich oft nach kurzer Zeit bei den meisten Patienten wieder. Aber es ist keine gute Idee, eine Therapie lebenslang zu geben, ohne die Langzeitfolgen zu kennen. Unser Ziel wäre ein sinnvolles Protokoll je nach Krankheitsausprägung, das wir gemeinsam mit allen Zentren entwickeln.

Mit welchen Forschungsprojekten beschäftigen Sie sich noch?
An der St. Anna Kinderkrebsforschung beschäftige ich mich mit den Grundlagen und der Entstehung der LCH. Wir wollen herausfinden, aus welchen Zellen diese Krankheit entsteht und warum sie manchmal von selbst wieder verschwindet, manchmal aber nicht. Welches biologische Programm des Körpers läuft hier ab, das diese unterschiedlichen Verläufe in der Klinik erklärt?
Die Heterogenität von Tumoren kann man auf molekularer Ebene sehr gut durch Einzelzellanalysen nachvollziehen. Wir haben gemeinsam mit meinem Kollegen Florian Halbritter, Abteilung Integrative Analysen, Entwicklungsbiologie & Krebsgenomik, dem CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin, und Kollegen der MedUni Wien, Einzelzell-Daten von LCH-Patienten analysiert. Das war das erste Mal, dass man so einen Tumor wirklich auseinandergenommen und verschiedene Untergruppen von Tumorzellen im gleichen Tumor gefunden hat (https://bit.ly/3kH1MDR). Bestimmte Untergruppen von Zellen scheinen eher dafür verantwortlich zu sein, dass der Tumor aggressiver oder eben weniger aggressiv ist. Aber man weiß noch viel zu wenig. Ist das jetzt ein intrinsisches Entwicklungsprogramm, so wie sich z.B. ein Embryo entwickelt, weil ein bestimmtes Programm abläuft oder macht sich der Tumor solche Programme zu eigen? Wahrscheinlich spielen auch Faktoren von außen eine Rolle, also Immunzellen, die Mikroumgebung des Tumors usw. Das ist ein Ökosystem, das wir jetzt Schritt für Schritt auseinanderpflücken.

Mit welchen Problemen sind Sie dabei konfrontiert?

Die Herausforderung ist, je mehr man erforscht, desto komplexer wird es häufig. Es öffnet sich eine neue Kammer, du gehst in den nächsten Raum und da sind wieder zwanzig Türen.

Wie verliert man dabei nicht den Fokus?
Ich habe eine Hypothese, eine relativ genaue Idee, wie diese Krankheit funktionieren könnte. Ich würde zu der Tür gehen, die mir am ehesten beantwortet, ob diese Hypothese stimmt oder nicht. Wir könnten uns bei der Unmenge an Daten, die wir generieren ganz viel anschauen, aber ohne genauen Fokus verlieren wir Zeit und es bringt uns nicht weiter.

Da verliert man sich nur?

Ja genau. Daher ist für mich die entscheidende Frage vor jedem Projekt, ob es den Patientinnen und Patienten etwas bringt. Oder ob man die Biologie der Erkrankung dadurch besser versteht. Das sage ich auch meinen Mitarbeitern, wenn es darum geht, worauf wir uns als nächstes fokussieren. Denn unsere Forschung ist hauptsächlich durch Spenden und Fördergelder möglich. Das heißt, wir kriegen das Geld, damit wir den Kindern helfen.

Wie sind Sie zur Onkologie gekommen?
Bei mir hat einerseits das biologische Interesse eine Rolle gespielt: Was passiert da im Körper, dass unsere eigenen Zellen so werden? Andererseits kann man enorm viel bewegen. In den 60-er Jahren sind viele Kinder an Leukämie gestorben. Jetzt werden rund 90 Prozent der Kinder mit zum Beispiel akuter lymphatischer Leukämie wieder gesund. Ich habe durchaus immer wieder meine Zweifel gehabt, weil man natürlich auch mit dem wahnsinnigen Leid von Familien konfrontiert ist. Aber es gibt aus meiner Sicht kein anderes Fach, wo man so viel ausrichten kann. Man muss sich wirklich keinen einzigen Tag fragen, warum geh ich arbeiten. Das Schöne an der klinischen Arbeit auf der Onkologie mit Kindern ist: Man baut eine Beziehung auf und kann viel dafür tun, nicht nur medizinisch, dass sich die Familien gut aufgehoben fühlen.
Warum haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?
Ich habe mir bewusst eine Stelle gesucht, wo man wissenschaftlich und klinisch arbeiten kann. Ich wollte nicht nur das ausführen und umsetzen, was es schon gibt, sondern selber aktiv das Feld weiterbringen. Die St. Anna Kinderkrebsforschung hatte hier durch die Verbindung von Grundlagenforschung und Klinik eine einzigartige Position. Du siehst eine Erkrankung anders, wenn du die Patientin oder den Patienten siehst und die unterschiedlichen Verläufe kennst.

Wie gehen Sie damit um, wenn bei einem Kind trotz intensiver Forschung einmal alle Behandlungen ausgeschöpft sind und man nichts mehr tun kann?

Wenn ein Kind stirbt, das man über viele Jahre betreut hat, dann ist das nach wie vor furchtbar. Aber man entwickelt, glaub ich, eine andere Sichtweise. Man akzeptiert viel mehr, dass der Tod ein Teil des Lebens ist. Dass man für die Zeit, die man da ist und die man mit den eignen Kindern hat, dankbar ist.
Für mich selbst und für die Familien ist wichtig, dass man alles getan hat, was möglich ist. Wir haben hier ein wirklich gutes Spital und Forschungsinstitut. Wenn wir irgendetwas einmal nicht anbieten können, dann schicken wir das Kind dorthin, wo es die passende Behandlung bekommt. Vor Jahren, bevor es die CAR-T-Zellen bei uns gab, haben wir ein Kind mit Leukämie nach Philadelphia geschickt. Das Kind ist heute gesund. Jetzt kommen die Kinder für die CAR-T-Zell-Therapie aus ganz Europa zu uns. Wenn ich das Gefühl hätte, woanders würde das Kind überleben aber bei uns nicht, dann könnte ich diesen Job nicht machen.

Was motiviert Sie?
Für mich ist Forschen eine Leidenschaft. Ich liebe es, Papers zu lesen. Ich finde das total spannend und interessant, aber auch entspannend. Ich lese zuhause lieber Nature als zum Beispiel das Time Magazine – wobei die ist auch nicht schlecht. Wissenschaft kann man nur machen, wenn man dafür brennt. Das heißt zum Beispiel, in der Nacht im Bett zu liegen, an ein Problem zu denken und das auch zu mögen.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Job?

In der Klinik gefällt mir am meisten die Arbeit mit den Kindern. Ich finde Kinder super. Und am Forschungsinstitut gefällt mir das Knifflige: ich mag Rätsel lösen.

Was ist die größte Herausforderung?
Das alles unter einen Hut zu bringen: Klinik, Forschung, Familie in nur 24h pro Tag.

Was braucht man, um in der Wissenschaft erfolgreich zu sein?

Das ist wie bei der Musik ein kreativer Prozess, wo man ganz viele Hausübungen gemacht haben muss. Du musst das Feld kennen, du musst am Stand der Wissenschaft bleiben, du musst out of the box denken. Du musst die ganzen Tools zur Verfügung haben – und dann musst du drüber hinaus eine Idee entwickeln.
Zitate:
„Für mich ist die entscheidende Frage vor jedem Projekt: Bringt das den Patientinnen und Patienten etwas?“

„Die Langhans-Zell-Histiozytose verschwindet manchmal von selber. Das ist sehr ungewöhnlich für eine Krebsart. Zu verstehen warum das so ist, könnte uns auch bei anderen Krebsarten weiterbringen.“

„Wenn ich das Gefühl hätte, woanders würde das Kind überleben aber bei uns nicht, dann könnte ich diesen Job nicht machen.“

Alle weiteren Forscherporträts die im Laufe des Childhood Cancer Awareness Month entstanden sind, finden Sie hier:
https://science.ccri.at/category/news-press-events/
https://kinderkrebsforschung.at//
OÄ DDr. Caroline Hutter
OÄ DDr. Caroline Hutter leitet seit 2017 die Forschungsgruppe Langerhanszell-Histiozytose der St. Anna Kinderkrebsforschung und ist Oberärztin an der Hämatologischen und Onkologischen Abteilung des St. Anna Kinderspitals. Neben Klinik und Forschung geht die Wissenschaftlerin auch einer Lehrtätigkeit an der Medizinischen Universität Wien nach.

Hutter hat Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien und Biochemie am Imperial Cancer Research Fund bzw. dem University College London studiert, wo sie auch ihren PhD erlangte. Es folgte eine Postdoc-Position am Research Institute of Molecular Pathology in Wien. Nach ihrer Facharztausbildung in Kinder- und Jugendheilkunde schloss Hutter 2015 auch das Additivfach Pädiatrische Hämatologie und Onkologie ab. Hutter beforscht seit über zehn Jahren die Langerhanszell-Histiozytose. Sie ist nationale Koordinatorin der klinischen Studie INdividualized Therapy FOr Relapsed Malignancies in Childhood, INFORM, und des Registry for Rare Histiocytoses. Darüber hinaus ist Hutter stellvertretende nationale Leiterin der Studie LCH-IV, International Collaborative Treatment Protocol for Children and Adolescents with Langerhans Cell Histiocytosis. Hutter ist Mitglied verschiedener Fachgesellschaften, unter anderen der, Austrian Society for Pediatric Hematology and Oncology, der Histiocyte Society und der American Association for Cancer Research. Sie ist Gutachterin renommierter Fach-Journale wie Blood und Cancer Immunology Research. Hutter erhielt verschiedene Förderungen bzw. Auszeichnungen, wie den Jon Pritchard Award 2012 im Rahmen des Nikolas Symposiums oder das PhD Fellowship des Imperial Research Funds bzw. des Österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Langerhanszell-Histiozytose

Die Langerhanszell-Histiozytose (LCH) ist eine Krebserkrankung, die oft durch eine aktivierende Mutation im BRAF-Gen verursacht wird. Außerdem weist sie Merkmale einer Autoimmunerkrankung auf, da LCH-Läsionen Immunzellen anziehen und charakteristische Entzündungen des Gewebes aufweisen. Grundlegende Fragen zu dieser Krankheit werden immer noch diskutiert. LCH ist nicht leicht zu untersuchen – es handelt sich um eine seltene Krankheit, für die es keine geeigneten präklinischen Modelle gibt. Ungeachtet dessen kam es in den letzten Jahren zu revolutionären Entdeckungen, die zur Klassifizierung der LCH als Neoplasie führten und neue Strategien für eine gezielte Behandlung von LCH lieferten. Die Geschichte der LCH ist eng mit dem St. Anna Kinderspital und der St. Anna Kinderkrebsforschung verbunden – das St. Anna Kinderspital fungierte ab 1983 als Studienzentrum für eine der ersten internationalen Studien zur Behandlung von LCH bei Kindern und Jugendlichen (die DAL-HX-Studien). An der derzeit laufenden Studie (LCH-IV) nehmen mehr als 22 Länder weltweit teil. Diese Kooperationen führten zu einer signifikanten Verbesserung der Überlebensrate und einer deutlichen Abnahme von Rezidiven bei Kindern mit LCH.
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